Bielefelder Brecht Tage 2016

                                                         Vor 60 Jahren starb Bertolt Brecht

                                   Eine Veranstaltungsreihe zur literarischen und politischen

                               Bedeutung und Aktualität des großen Lyrikers und Dramatikers.

Am 14. August 1956 starb der Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht. Die Bielefelder Brecht Tage 2016 sollen Brechts Werk und sein Denken in Erinnerung  rufen - mit einem Liederabend, Rezitationen, verschiedenen Vorträgen und einem Theatergespräch über das politische Theater unserer Zeit.  Die Veranstaltungen beginnen Ende September, der zeitliche Schwerpunkt liegt im November/ Dezember 2016.

Unbequem ist Brecht auch nach seinem Tod geblieben. "Ey, ihr da im Parkett, glotzt nicht so romantisch", rief Bertolt Brecht einst seinem Publikum zu. Denn es ging ihm in seinen Stücken nicht um Harmonie und Verklärung, die Zuschauer sollten selber anfangen zu denken und kritisch nachfragen, was ihnen das Theaterstück, das Gedicht, der Text sagen will.

Auch sechzig Jahre nach seinem Tod sind die Stücke des "größten Dramatiker des 20. Jahrhunderts“, so der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, aktuell. Und auch seine Kapitalismuskritik könnte, in den Zeiten der weltweiten Bankenkrise, kaum aktueller sein: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" lässt er in der "Dreigroschenoper" fragen.

Bertolt Brecht "bleibt eine beunruhigende Präsenz", wie selbst  die FAZ anlässlich des Todestages am 14. August dieses Jahres feststellte.  Dieser Präsenz gilt es bei den Bielefelder Brecht Tagen 2016 nachzugehen.

 

 

Donnerstag, 29. Sept. 2016  20 Uhr        Eintritt frei

Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld 

VORTRAG / BILDER / REZITATION

"... die Kunst lehren, Bilder zu lesen" - Bertolt Brecht und der Krieg

Vortrag: Dr. Sabine Kebir, Berlin

Rezitation: Leonore Franckenstein, Schauspielerin, Bielefeld

Donnerstag, 3. Nov. 2016   19:30 Uhr            Eintritt € 8.- / erm. € 5.-

Stadtbibliothek Bielefeld, Lesebühne, Neumarkt 1, Bielefeld

 

LIEDERABEND

 

„Um uns selber müssen wir uns selber kümmern“ - Brecht und die DDR

 

Das Berliner Brecht-Interpretinnen-Duo

Gina Pietsch, Gesang

Christine Reumschüssel, Piano

 

Liedervortrag und Rezitation mit hochkarätigem Unterhaltungs- und Bildungswert!

 

Dienstag, 8. Nov. 2016  20 Uhr               Eintritt frei

Buchhandlung mondo,  Elsa-Brändström-Str. 23, Bielefeld 

 

VORTRAG und GESPRÄCH

 

Bertolt Brechts Konzept des Eingreifenden Denkens

 

Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey, Universität Bielefeld

 

In Brechts Konzept des eingreifenden Denkens, in der Reflexion seiner eigenen Rolle als Intellektueller, entwickelte er eine Interventionsstrategie, die Künstlern und Intellektuellen einen Weg zur Veränderung gesellschaftlicher Strukturen aufzeigen will.

 

Dienstag, 22. Nov. 2016  19 Uhr                  Eintritt € 9.- / erm. € 8.-

Kino Lichtwerk im Ravensberger Park, Bielefeld 

 

FILM mit  EINFÜHRUNG

 

„Baal“, Regie Volker Schlöndorff (1969)

Einführung: Dr. Maria Kublitz-Kramer

 

Eine Verfilmung von 1969 des ersten Bühnenstückes von Brecht mit: Rainer Werner Fassbinder, Hannah Schygulla, Margarethe von Trotta u.a. Musik: Klaus Doldinger

   

 

 

 

Montag, 5. Dez. 2016  19:30 Uhr                Eintritt frei

Foyer des Theaterlabors im TOR 6, Hermann-Kleinewächter-Str. 4, Bielefeld

 

AUTORIN- / THEATERGESPRÄCH

 

Brecht, Theater und Gesellschaft

- Wo steht das politische Theater heute?

 

Im Gespräch mit Bielefelder TheatermacherInnen die engagierte österreichische Theaterautorin Kathrin Röggla, Berlin

 

Politische Stoffe erleben im Moment eine Renaissance auf den Theaterbühnen.

Mit Recherche-Produktionen im eigenen Haus, Dokumentartheater und mehr oder

weniger gelungenen Aufführungen klassischer gesellschaftspolitisch engagierter Stücke

(u.a. auch Brechtscher Dramen) bemühen sich Autorinnen und Autoren um einen

zeitgemäßen Zugang der Politik für das Theater.

Dieses permanente Gespräch des Theaters mit dem Realen bildet derzeit auf Autorinnenseite

wie keine andere die Österreicherin Kathrin Röggla ab.

Seit 2015 ist sie u.a. Stellvertretende Präsidentin der Berliner Akademie der Künste

und beteiligt an zahlreichen Debatten auf diesem Feld. Sie gibt Auskunft über die

verschlungenen Verbindungen von Ästhetik und Politik in ihrem Theater.

Derzeit versuchen auch vielfältige pädagogisch motivierte Theatergruppen mit ambitionierten

Projekten durch den Einsatz von LaienschauspielerInnen und Profis im Anklang

an Brechtsche Lehrstücke engagierte Sozialarbeit und Theater zu verbinden.

Das Spannungsfeld sei damit umrissen; einen Beitrag zur Debatte über Politik und

Theater bietet dieses Theatergespräch.

 

Samstag, 17. Dez. 2016   19:30 Uhr            Eintritt € 8.- / erm. € 5.-

Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld 

 

SZENISCHE LESUNG MIT SCHLAGWERK

 

projekt.:brecht!

 

Die Bielefelder Gruppe projekt.:brecht! interpretiert in ihrer Lesung Gedicht, Drama, Prosa von Bertolt Brecht aus den Jahren 1916 - 1956 mit theatralen und musikalischen Mitteln.

 

Aiga Kornemann (voc), Andreas Wenzel (voc), Jörg Hansen (dr),

Regie: Matthias Harre

 

anschließend: Finissage

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